Low Budget Blog

Einträge werden als ‘Film’ kategorisiert

Eine Portion Filmnews bitte…

Mai 11, 2008 · Kommentar schreiben

Die Welt des Films wartet doch selbst im Mainstream Kino immer wieder mit ganz hervorrangenden Ideen auf. Ich weiss nicht, in wie weit das famose PC (und Konsolen) Spiel Bioshock bekannt ist. Wenn es nicht bekannt ist, sollte man aufjeden Fall Bekanntschaft schließen, weil das ganze vielleicht das Beste Spiel der letzten 12 Monate war/ist. Und zwar vor allem wegen der Story, ja wirklich ein Computerspiel und Story, es hat funktioniert und der extrem dichten Atmosphäre. Okay, aber was hat das ganze mit Filmnews zu tun, Uwe Boll, will doch nicht etwa… Nein nicht Uwo Boll, sondern Gore Verbinsiki. Verbinski ist vielleicht nicht der größte Filmemacher unserer Zeit, aber mit der Fluch der Karbik Trilogie ist ihm meiner Meinung nach, der beste Dreiteiler seit Indiana Jones oder so gelungen – Ich meine, sonst gab es ja nur solche völlig missglückten Versuche wie Scarymovie 1-25 oder die zwei fatalen Matrix Forsetzungen – und atmosphärisch fand ich Fluch der Karibik wirklich nicht verkehrt. Ziemlich nette und nicht vollkommenm überladene Spezialeffekte (Grüße an George Lucas an der Stelle) und filmisch auch sonst nicht völlig daneben. Eigentlich ist es schon eine positive Nachricht, dass Uwe Boll es nicht macht, da ist dann auch egal, wer es macht – es sei denn, Michael Bay würde sich hinreißen lassen – . Also Bioshock wird verfilmt von Gore Verbinski, die erste Computerspiel Verfilmung auf die man sich freuen kann.

Dann gibts noch was tolles neues, über einen Film, den Uwe Boll bestimmt auch gemacht hätte, wenn man ihn gelassen hätte. Aber ich denke die Produktionsfirmen hatten Angst, dass er dann größenwahnsinnig wird und sich in eine Reihe mit Regisseuren wie James Cameron stellt, da haben sie doch lieber das „3 Engel für Charlie“ Ass McG genommen, naja auch egal. Interessant ist, dass der Rapper Common, zu letzt z.B. in American Gangster zu sehen, tatsächlich mal mehr als eine Statistenrolle bekommt und an der Seite von John Connor, gespielt von Christian Bale – einem der aktuellen Schauspieler mit dem größten Potential, wenn man mich fragt – einen Freiheitskämpfer gegen die Maschinen spielen darf. Toll. Gar nicht toll, der Film soll so angelegt werden, dass er eine PG-13-Altersfreigabe bekommt. Wird wahrscheinlich langweiliger als die TV-Version von „From Dusk Till Dawn“. Wie auch immer, Terminator 4 ist mit sicherheit ein Film, den keiner braucht, trotz Common und Christian Bale (und gerüchteweise Josh Brolin).

Einen hab ich noch, ich weiss nicht, ob ich jahrelang blind durch die Gegend gelaufen bin, aber ich habe gerade erst erfahren, dass am 14.08 ein neuer Star Wars Films in die Kinos kommt. Jawoll ein NEUER STAR WARS FILM, man glaubt garnicht, wie schnell der gute George Lucas das Geld versoffen hat, wenn  er jetzt schon wieder den nächsten raushauen muss. Da er aber scheinbar keinen Bock mehr hatte nen richtigen Film zu drehen, was bei den Bluebox und Computeranimationsanteilen von 90%+ bei den letzten „Spielfilmen“ eigentlich kein Wunder mehr ist, kommt am 14.08.2008 Star Wars – Cone Wars in die Kinos, ein Animationsfilm. Eigentlich nur die konsequente Weiterführung der vollkommenen Verspecialeffektisierung des Films. Der Auftakt zu einer neuen Serie. Prima, weil das Geld von dem einen Film ist ja nach drei Jahren wieder versoffen, wenn der denn auch nur annährend soviel abwirft wie Episode 3. Wir treffen auch alte bekannte wieder, nur hat sich der George das Geld für die Schauspieler gespart. Super. Hayden Christensen wollte doch eh keiner wirklich sehen, aber müssen es denn gleich schlechte halb asiatische Cartoonfiguren sein? So wird den Ur-Star Wars Filmen zu mindestens eben so konsequent ihre Würde geraubt. Das einzig positive, was man dieser tollen neuen „Serie“ abgewinnen kann ist wohl, dass wir endlich erfahren, was bei den Klon Kriegen zwischen Episode 2 und 3 denn wirklich vorgefallen ist. Achso Regie führt übrigends der bisherige Serien Regisseuer Dave Filoni, man darf wohl großes Kino erwarten^^.

Kategorien: Film
Mit Tag(s) versehen: , , , , , ,

In eigener Sache / Auf der anderen Seite – Deutschland 2007

Dezember 11, 2007 · Kommentar schreiben

piep — piep — piep — piep — piep — piep – piep – piep – piep piep piep piep

Die Maschinen laufen wieder. Nachdem mich verschiedene Dinge, erst das Studium, dann die Technik, dann die Faulheit, versuche ich jetzt hier wieder meine neusten oder auch erstmal weniger neuen Film und andere Eindrücke zu archivieren.

 Das erste Review ist schon ein paar Tage alt und wurde erstmals bei uns in der Unizeitung (NU) veröffentlicht, deshalb ist es etwas kürzer als üblich, auch wenn ich es noch einmal ein wenig überarbeitet habe.

Auf der anderen Seite 

 

Fatih Akin ist schon lange kein Unbekannter mehr in deutschen Filmgeschäft und sollte spätestens nach seinem letzten und mehrfach ausgezeichneten Spielfilm „Gegen die Wand“ den meisten Kinogängern ein Begriff sein. Auch in seinem neuen Film „Auf der anderen Seite“, beschäftigt sich der deutsch/türkische Hamburger wieder mit dem Leben zwischen zwei Kulturen. Der Film ist nach eigenen Angaben, der zweite Teil, seiner Trilogie um „Liebe, Tod und Teufel“ und auch auf dem Weg „Gegen die Wand“, was die Auszeichnungen anbetrifft zu folgen, hat er schon in Canne und beim Europäischen Filmpreis den Drehbuchpreis gewonnen und ist im Gespräch für eine Oskar Nomienierung.

Die Geschichte besteht aus zwei Handlungssträngen, die überraschend konventionell, aber deshalb nicht weniger kunstvoll, miteinander verwoben sind und sich nicht auf das heutige kreuz-und-quer-Montieren einlässt, das seit Pulp Fiction unheimlich in Mode ist. Der erste Handlungsstrang handelt von dem Germanistik Professor Nejat Aksu, gespielt von Baki Davrak und dessen Vater Ali Aksu (Tuncel Kurtiz), der die Prostituierte Yeter Öztürk (Nursel Köse) überzeugen kann, bei ihm einzuziehen und nur noch für ihn da zu sein. Die Beziehung steht unter keinem guten Stern und nachdem Ali Yeter im Suff erschlagen hat, begibt sich Nejat, zu tiefst enttäuscht von seinem Vater, in der Türkei auf die Suche nach Yeters Tochter Ayten Öztürk (Nurgül Yesilçay), um dieser ihr Studium zu bezahlen, für das bisher die Mutter aufgekommen ist. Und irgendwie bleibt der in Deutschland voll integrierte Türke in der Türkei und einem deutschen Buchladen hängen.

Die zweite Geschichte handelt von eben dieser von Nejat gesuchten Tochter. Ayten ist in der Türkei eine politische Aktivistin, als ihre Widerstandsgruppe von der Polizei festgenommen wird, flieht sie nach Deutschland und versucht dort unterzutauchen. In einer dieser wunderbar leichten Momente des Films verliebt sie sich in die Deutsche Lotte Staub. Als Ayten wieder in die Türkei abgeschoben wird folgt sie ihr und die Geschichten fallen auf brutale Weise zusammen, ohne dabei wie eine schlechte Kopie von Alejandro González Iñárritu (Amores perros, 21 Gramm, Babel) zu wirken.

Das Handeln fast aller Charaktere ist von der Emanzipation, innerhalb der eigenen Kultur, bestimmt und Akin gibt seinen Figuren die Freiheit ihr Leben selbst zu gestalten, er gibt dabei keine einfachen Antworten, sondern wird der Komplexität des Lebens, erst recht zwischen zwei Kulturen, immer gerecht. Am deutlichsten wird dieses Motiv wohl bei Ayten und Lotte, die eine, die sich mit und in ihrer Rolle als politische Aktivistin behaupten muss, und die andere, die auch gegen den Willen ihrer Mutter nicht nur zusehen kann und helfen will. Aber auch umgekehrt greift das Schema der Emanzipation, war Nejat in Deutschland, das was man perfekt integriert nennt, die Traumvorstelllung eines jeden Innenministers, erwacht bei ihm während seiner Türkeireise ein tiefes Heimatgefühl und auch er bricht aus seiner alten Rolle als Professor aus.
War „Gegen die Wand“ von einem wilden, aber sehr intimen Geist geprägt, geht Akin in „Auf der anderen Seite“ eher distanziert, aber umso anmutiger an die Charaktere heran. Gerade in den persönlichsten Momenten hält die Kamera einen würdevollen, aber niemals kühlen Abstand, nie verliert der Film seine Menschlichkeit. Als Lottes Mutter Susanne Staub (Hanna Schygulla) vom Tod ihrer Tochter überwältigt wird, zieht sich die Kamera in die oberste Ecke ihres Hotelzimmers zurück und vermeidet trotz einer sehr überwachungskamera-ähnlichen Perspektive jeden Anflug von Voyeurismus.

Akin gelingt erneut ein ruhiger, liebevoller Film um „Liebe, Tod und Teufel“.

Auf der anderen Seite - Deutschland – 2007 – Regie: Fatih Akim; Buch: Fatih Akim; Kamera: Rainer Klausmann; Schnitt: Andrew Bird; Mit: Baki Davrak, Nursel Köse, Tuncel Kurtiz, Nurgül Yesilçay, Hanna Schygulla, Patrycia Ziolkowska

Kategorien: Film

Ein fliehendes Pferd – Deutschland 2007

Oktober 3, 2007 · 2 Kommentare

Die Verfilmung von Martin Walsers gleichnamigen Roman hat für ziemlich viel Wirbel in den diversen Medien gesorgt. Der Autor selbst zufrieden, die Süddeutsche spricht von Klamauk und ist eher enttäuscht, der Rest der professionellen und Amateur Kritiker ist ebenso gespalten. Mit Literaturverfilmungen ist das ja so eine Sache und umso beliebter das Buch ist umso schwieriger hat es der Film, das ist schon einmal die erste Spannung, die andere ist dann, wie weit sich der Film von dem Buch entfernen darf und wie gut es ihm gelingt. Da zeigt sich das Dilemma besonders, weil ein Film, der sich zu sehr ans Buch hält, wird nie eigenständig als Film funktionieren, sondern stets wie eine schlechte Kopie des Originals wirken. Es gibt Filme die relativ nah am Buch liegen, aber trotzdem genial sind als Film Leander Hausmanns (Sonnenallee) „Herr Lehmann“, auf der Vorlage des gleichnamigen Romans von Sven Regner, ist so ein Fall. „Per Anhalter durch die Galaxis“ ist ein Film, der mit der Buchvorlage fast nichts mehr zu tun hat, aber immer noch blendend funktioniert, was vielleicht daran liegt, dass Douglas Adams auch am Drehbuch beteiligt war und es von der Geschichte ohnehin keine finale „echte“ Fassung gibt, sondern viele verschiedene.
Wie sich das Problem der Romantreue in „Ein fliehendes Pferd“ ist, kann ich leider nicht beurteilen – da ich das Buch nie gelesen habe -, aber ich werde versuchen darzulegen ob dieser Film denn als Film funktioniert.

Helmut (Ulrich Noethen) und Sabine (Katja Riemann) machen Urlaub am Bodensee, wie seit 12 Jahren im selben Ort, und haben sich eigentlich nichts mehr zu sagen. Mitten in diese spießige Urlaubstristesse platzt Helmuts alter Schulkamerad Klaus Buch (Ulrich Tukur); der ist „independent“ und hat ein um einige Jahre jüngere Freundin, Helene (Petra Schmidt-Schaller). Helmut ist ein introvertierter Lehrer, der sich nicht einmal ins Wasser traut, weil er es nicht leiden kann, wenn er den Grund nicht mehr sieht. Sabine ist dankbar für die Abwechslung und spätestens nach der Szene, die dem Film und dem Buch ihren Namen gibt vollkommen begeistert von Klaus. Helene, oder Hell, ist das naive Element in der Geschichte, die Helmut mit mehr oder weniger plumpen Anspielungen eindeckt, ihn ziemlich freizügig massiert, seine Annäherungsversuche dann aber abtropfen lässt. Uns Klaus ist der Lebemann, der mit aller Kraft versucht Helmut aus seinem Trott herauszureißen. Er provoziert Helmut mit erfunden (?) Jugendstorys und schmeißt sich an Sabine ran, die es gerne mit sich machen lässt. Aus dieser Situation entspinnt sich eine Geschichte um das Ausbrechen aus dem Alltagstrott, aus dem bekannten Fahrwasser, die irgendwann scheinbar vollkommen aus dem Ruder läuft.

Die von der SZ prognostizierte Nähe zum Klamauk ist nicht so weit her geholt, dass muss man schon zu geben. Besonders die Figur der Helene, die immer wieder mit Kommentaren wie, „sie kennen sich aber gut aus mit Vögeln“, auf sich aufmerksam macht, ist nicht gerade das, was man als intellektuelles Genie bezeichnen würde. Aber in ihrer fast grenzenlosen Naivität besitzt sie die Ehrlichkeit, die den anderen „erwachseneren“ Figuren vollkommen fehlt. Nur in wenigen Szenen können die Alten wirklich ehrlich zu einander sein, z.B. wenn Helmut im Rausch Klaus seine Seele ausleert.
Das mit der Ehrlichkeit ist ohnehin so eine Sache in der Film. Der Zuschauer erfährt nie genau, warum Klaus und Helene eigentlich in dem Urlaub auftauchen und ob das ganze wirklich nur ein Zufall ist. Und auch der Schluss trägt in dieser Frage nicht gerade zur Klärung bei. Die zwei bleiben auf jeden Fall ziemlich zwielichtig. Ganz anders Sabine und Helmut, die zwar von sich auch nicht behaupten können übermäßig ehrlich zu sein. Aber ihre Unehrlichkeit findet auf einer anderen Ebene statt, sie belügen nicht das andere Paar sondern sich gegenseitig, vielleicht nicht unbedingt mutwillig, aber doch konstant. Sie reden an einander vorbei, weichen einander aus und sprechen nie wirklich miteinander.

Wie weit sich das ganze jetzt am Buch orientiert kann ich, wie gesagt, nicht beurteilen, aber ich kann sagen, dass es als Film funktioniert. Trotz einiger kleiner Macken kann man durchaus von einem gelungenen Film sprechen. Auch wenn es kein Meisterwerk geworden ist, unterhält der „Kampf“ der zwei Männer auf ganzer Linie.

Ein fliehendes Pferd -  Deutschland – 2007 - Regie: Rainer Kaufmann; Buch: Ralf Hertwig, Kathrin Richter; Buchvorlage: Martin Walser; Kamera: Klaus Eichhammer; Schnitt: Christel Suckow; Mit: Ulrich Noethen, Ulrich Tukur, Katja Riemann, Petra Schmidt-Schaller

Kategorien: Film

Bourne Ultimatum – USA – 2007

September 18, 2007 · Kommentar schreiben

Eine moderne Triologie, die es schafft mehr zu sein als nur das Ausbeuten des ersten Erfolgs und sich nichtmal hinreißen lässt die Qualität etwas abreißen zu lassen. Jason Bourne (Matt Damon), der in den beiden Vorgängerfilmen „Bourne Identität“ und „Bourne Verschwörung“, schon so durch ziemlich jede größere europäische Stadt gehetzt ist, wieder geflohen ist, sich zwischenzeitlich mit Freundin nachIndien abgesetzt hatte und doch wieder von seiner Vergangenheit eingeholt wurde, will es dieses mal endlich für immer zu Ende bringen, vorerst zumindestens.

Die Story ist schnell erzählt und unterscheidet sich nicht grundsätzlich von den Vorgängern, was nicht verwunderlich, schließlich hat sich Jason Bournes Lage seit dem ersten Film nur geringfügig verbessert und er kämpft weiter gegen einen scheinbar übermächtigen Feind, für seine eigene Identität. Die Handlung setzt, scheinbar, genau dort an, wo der zweite Film aufgehört hat, in Moskau auf der Flucht vor der moskauer Polizei. Aus der Zeitung erfährt er, dass der Journalist Sam Ross (Paddy Considine) in seiner Sache recherchiert, der inzwischen auf ziemlich brisante Informationen gestoßen ist und vom CIA überwacht wird. Machen wir es kurz der Reporter stirbt.
Auf der Suche nach dessen Informaten verschlägt es Bourne nach Tanger / Marokko, auch dieser Informant stirbt, also bleibt ihm nur über sich in die Höhle des Löwen zu begeben um sein Geheimnis zu lüften.  Das Ende ist dann doch etwas vorhersehrbar und präsentiert eigentlich keine Informationen, die man nicht ohnehin schon kennt oder sich zusammenreimen könnte, wenn man Teil 1&2 gesehen hat.  Macht aber nix, die etwas simpele Story schmälert den Unterhaltungswert nämlich nicht wirklich.

Unterhalten wird man dadurch, dass man nie wirklich zu Ruhe kommt in den 115 Minuten des Film, ständig ist man in einer anderen Stadt, ständig ist Bourne auf der Flucht und wie immer wollen die CIA Oberen, in diesem Fall David Strathairn (Good Night, and Good Luck, L.A. Confidential) als Noah Vosen, nicht mit ihm reden, sondern ihm möglichst schnell liquidieren. Die Ruhelosigkeit wird unterstützt durch eine konstante Spannung und einem Gefühl der Bedrohung dem Bourne stets ausgesetzt, nie ist er für längere Zeit irgendwo sicher.
Sehr nett gemacht auch die Veschwörungen und Bände innerhalb der CIA, den Fahndungsmethoden etc.. Bei den nicht gerade zimperlichen Methoden der CIA lässt Regisseur Paul Greengras (Bourne Verschwörung, Flug 93) durchaus Kritik an den Mitteln zur Terrorabwehr anklingen, wenn sich die „Ermittler“ z.B. kurzer Hand in Kamerasteuerung des londoner Bahnhofs „Waterloo“ einklinken um ihren Killer zu dirigieren oder mit wenigen Befehlen den Reporter Ross zum gläsernen Menschen machen.

Etwas zu hektisch wird es aber dann doch manchmal, wenn beispielsweise die Flashbacks einsetzen und Bourne sich an ein paar neue Versatzstücke seiner Vergangenheit erinnert oder bei der Verfolgungsjagd, wo er quer durch Manhatten gejagd wird und man wegen der vielen Schnitte oft nicht mehr richtig weiss wo vorne und hinten, ist und wer wen wo verfolgt. Die Actionszenen sind aber bis auf ihre teilweise etwas übertriebene Geschwindigkeit aber sehr ansehnlich gemacht, z.B. wenn Matt Damon (Departed – Unter Feinden, The Good Shepard) im Parkour-Stil inTanger über Dächter und durch Wohnungen sprintet und springt.
Ein weiteres kleines Manko sind noch Kamera und Schnitt, die ganz dem Diktat des Gefühls der Flucht untergeordnet ist, so dass die Kamera reichlich wackelt und manche Einstellungen etwas willkürlich wirken, außerdem wird zwar sehr schnell aber doch eher konventionell geschnitten, auch hier hätte man wohl noch etwas rausholen können.. „Bourne Ultimatum“ erfindet den Action-Thriller nicht neu, sondern knüpft da an, wo „Bourne Verschwörung“ aufgehört hat und liefert modernes Action Kino, das rasant und spannend die Reihe hoffentlich zu ende führt, da das Ende doch noch einen Schuss finaler hätte sein können.

Bourne Ultimatum – USA – 2007 – Regie: Paul Greengras; Buch: Tony Gilroy, George Nolfi, Scott Z. Burns; Kamera: Oliver Wood; Schnitt: Christopher Rouse; Mit: Matt Damon, Julia Stiles, David Strathairn, Scott Glenn, Paddy Considine, Edgar Ramirez, Albert Finney, Joan Allen, Daniel Brühl…

Kategorien: Film

Hexenkessel – USA – 1973

September 16, 2007 · Kommentar schreiben

„Du bezahlst deine Sünden nicht in der Kirche… du zahlst auf der Straße“ und eigentlich wäre damit schon alles gesagt über den Film, weil was folgt ist Scorsese wie man ihn kennt. Und nach eigenen Angaben ist der Film wie die Welt, die Scorsese kennt, in der er aufgewachsen ist.

Sein Freund Johnny Boy (Robert De Niro) , der etwas an einen agressiven und psychotischen Rocky (I) erinnert, hat sich im ganzen Viertel Feinde und Schulden gemacht. Dessen Cousine Teresa (Amy Robinson) leidet an Epilepsi und ist damit für die meisten damit nur eine Irre. Sein Onkel ist der Boss einer Mafiafamilie und will, dass er ein Restaurant im Viertel übernimmt und er Charlie (Harvey Keitel) steckt mitten drin, er liebt Teresa, was ihn nur in Schwierigkeiten bringt und seine Freunschaft, fast eher Patenschaft mit Johnny trägt auch nicht gerade zur Entspannung der Situation bei. Dessen Leben scheint völlig außer Kontrolle geraten zu sein, er geht nicht mehr zur Arbeit, legt sich mit jedem an und ist außerdem noch ein Spieler. Charlie versucht Johnny zu schützen und die Situation zu entspannen, aber statt dessen spitzt sie sich immer weiter zu und sie endet, wie eben Filme von Scorsese überlicherweise enden.

Man merkt dem Film sein Alter an, nicht dass er zu altmodisch wirken würde, das ist bei diesem Genre ohnehin fast nicht möglich, aber aber die zwei Hauptdarsteller Robert De Niro (Es war einmal in Amerika, Heat) und Harvey Keitel (Reservoir Dogs, From Dusk Till Dawn), die zusammen noch einmal bei „Taxi Driver“ vor der Kamera standen und heute etablierte Stars sind, sind hier noch ganz am Anfang ihrer Karriere und entsprechend jung, so dass z.B. Harvey Keitel die markenten Gesichtszüge fehlen. Hat man sich aber an diesen Umstand gewöhnt, spielen die beiden gewohnt souverän. Sie überzeugen beide in ihren Rollen, De Niro als der psychotische Johnny und Keitel als der eher bodenständigen Charlie, der auf der anderen Seite aber zwischen den Ansprüchen seiner Umwelt und seinem eigenen Weltbild, seinem Gewissen und seiner Beziehung zu Teresa hin und hergerissen ist.

Der Film, alle handelden Personen sind den Gesetzen des Viertels unterworfen und diese Gesetze produzieren eine gefährliche Mischung aus übersteigertem Ehrgefühl, Loyalität, Korruption und Verlogenheit. Johnny ist sich durchaus bewusst, dass er alle Regeln überschreitet und er sich Geld leiht und nie vor hat es wieder zurück zu zahlen, wie er einen Schuldner verspottend zugibt. Er ist sich nur nicht den Konsequenzen bewusst, die sein Verhalten mit sich bringen. Ganz anders Charlie, der sich vor nichts mehr zu fürchten scheint als vor Konsequenzen, er will das Restaurant nicht übernehmen, der Konsequenzen wegen, er kann Teresa nicht sagen, dass er sie liebt und mir ihr zusammen ziehen, der Konsequenzen wegen und als er zum Schluss vor all den Konsequenzen fliehen will, die sein und Johnnys Verhalten zur Folge habe, kanne es nur scheitern.

Scorseses (Departed – Unter Feinden, Good Fellas) Regie lässt auch in einem so frühen Film von ihm sein Talent erkennen, wenn Charlie durch die Bar torkelt, kann man seine Trunkenheit bestens nach fühlen, was nicht zu letzt auch einer großartigen Kamera geschuldet ist. Oder wenn die Freunde vor einer ungleichen Schlägerei in einem Billiardclub flüchten wollen, hat es ähnlich wie in seinem Meisterwerk „Wie ein wilder Stier“, den Eindruck der Zuschauer sei selbst Opfer der Schläge. Ein starker früher Scorsese auf jeden Fall, der zwar nicht das Tempo neuerer Produktionen hat und noch nicht zu letzter Reife gelangte Schauspieler, aber nicht desto trotz überzeugen kann.

Hexenkessel – USA – 1973 – Regie: Martin Scorsese; Buch: Martin Scorsese, Mardik Martin; Kamera: Kent L. Wakeford; Mit: Robert De Niro, Harvel Keitel, David Proval, Amy Robinson, Richard Romanus, Robert Carradine…

Kategorien: Film