Eine moderne Triologie, die es schafft mehr zu sein als nur das Ausbeuten des ersten Erfolgs und sich nichtmal hinreißen lässt die Qualität etwas abreißen zu lassen. Jason Bourne (Matt Damon), der in den beiden Vorgängerfilmen „Bourne Identität“ und „Bourne Verschwörung“, schon so durch ziemlich jede größere europäische Stadt gehetzt ist, wieder geflohen ist, sich zwischenzeitlich mit Freundin nachIndien abgesetzt hatte und doch wieder von seiner Vergangenheit eingeholt wurde, will es dieses mal endlich für immer zu Ende bringen, vorerst zumindestens.
Die Story ist schnell erzählt und unterscheidet sich nicht grundsätzlich von den Vorgängern, was nicht verwunderlich, schließlich hat sich Jason Bournes Lage seit dem ersten Film nur geringfügig verbessert und er kämpft weiter gegen einen scheinbar übermächtigen Feind, für seine eigene Identität. Die Handlung setzt, scheinbar, genau dort an, wo der zweite Film aufgehört hat, in Moskau auf der Flucht vor der moskauer Polizei. Aus der Zeitung erfährt er, dass der Journalist Sam Ross (Paddy Considine) in seiner Sache recherchiert, der inzwischen auf ziemlich brisante Informationen gestoßen ist und vom CIA überwacht wird. Machen wir es kurz der Reporter stirbt.
Auf der Suche nach dessen Informaten verschlägt es Bourne nach Tanger / Marokko, auch dieser Informant stirbt, also bleibt ihm nur über sich in die Höhle des Löwen zu begeben um sein Geheimnis zu lüften. Das Ende ist dann doch etwas vorhersehrbar und präsentiert eigentlich keine Informationen, die man nicht ohnehin schon kennt oder sich zusammenreimen könnte, wenn man Teil 1&2 gesehen hat. Macht aber nix, die etwas simpele Story schmälert den Unterhaltungswert nämlich nicht wirklich.
Unterhalten wird man dadurch, dass man nie wirklich zu Ruhe kommt in den 115 Minuten des Film, ständig ist man in einer anderen Stadt, ständig ist Bourne auf der Flucht und wie immer wollen die CIA Oberen, in diesem Fall David Strathairn (Good Night, and Good Luck, L.A. Confidential) als Noah Vosen, nicht mit ihm reden, sondern ihm möglichst schnell liquidieren. Die Ruhelosigkeit wird unterstützt durch eine konstante Spannung und einem Gefühl der Bedrohung dem Bourne stets ausgesetzt, nie ist er für längere Zeit irgendwo sicher.
Sehr nett gemacht auch die Veschwörungen und Bände innerhalb der CIA, den Fahndungsmethoden etc.. Bei den nicht gerade zimperlichen Methoden der CIA lässt Regisseur Paul Greengras (Bourne Verschwörung, Flug 93) durchaus Kritik an den Mitteln zur Terrorabwehr anklingen, wenn sich die „Ermittler“ z.B. kurzer Hand in Kamerasteuerung des londoner Bahnhofs „Waterloo“ einklinken um ihren Killer zu dirigieren oder mit wenigen Befehlen den Reporter Ross zum gläsernen Menschen machen.
Etwas zu hektisch wird es aber dann doch manchmal, wenn beispielsweise die Flashbacks einsetzen und Bourne sich an ein paar neue Versatzstücke seiner Vergangenheit erinnert oder bei der Verfolgungsjagd, wo er quer durch Manhatten gejagd wird und man wegen der vielen Schnitte oft nicht mehr richtig weiss wo vorne und hinten, ist und wer wen wo verfolgt. Die Actionszenen sind aber bis auf ihre teilweise etwas übertriebene Geschwindigkeit aber sehr ansehnlich gemacht, z.B. wenn Matt Damon (Departed – Unter Feinden, The Good Shepard) im Parkour-Stil inTanger über Dächter und durch Wohnungen sprintet und springt.
Ein weiteres kleines Manko sind noch Kamera und Schnitt, die ganz dem Diktat des Gefühls der Flucht untergeordnet ist, so dass die Kamera reichlich wackelt und manche Einstellungen etwas willkürlich wirken, außerdem wird zwar sehr schnell aber doch eher konventionell geschnitten, auch hier hätte man wohl noch etwas rausholen können.. „Bourne Ultimatum“ erfindet den Action-Thriller nicht neu, sondern knüpft da an, wo „Bourne Verschwörung“ aufgehört hat und liefert modernes Action Kino, das rasant und spannend die Reihe hoffentlich zu ende führt, da das Ende doch noch einen Schuss finaler hätte sein können.
Bourne Ultimatum – USA – 2007 – Regie: Paul Greengras; Buch: Tony Gilroy, George Nolfi, Scott Z. Burns; Kamera: Oliver Wood; Schnitt: Christopher Rouse; Mit: Matt Damon, Julia Stiles, David Strathairn, Scott Glenn, Paddy Considine, Edgar Ramirez, Albert Finney, Joan Allen, Daniel Brühl…